Schön ist so ein Open-Data-Einblick, so die Autoren, weil wir dann wirklich wissen, was der mögliche Partner so den ganzen Tag lang macht, was er mag oder meidet, wie er und sein Körper auf etwas reagieren: „The solution to this would be to match people based on how they actually behave. For example, what a person does everyday, where they spend their time, how their body reacts to specific events or their social patterns, rather than what they ‘think’ they want.“ Die Utopie der Dating-Branche wäre dann, die Charaktereigenschaften über „körperliche, chemische und neuronale Signale“ bestimmen zu können. Auch wer Google, Amazon, Facebook und E-Mail-Dienste bewusst meidet, bar bezahlt, um ec- und Kreditkarte zu vermeiden, und dabei auch keine Bonuskarte verwendet, und auch keine erotischen Abenteuer im Internet erleben will, gibt Informationen über sich preis. Für den Programmierer heißt das, dass er externe Informationen erst durch serverseitige Skripte als vertrauenswürdig kennzeichnen muss. Mit all diesen Informationen über unsere Internet-Präsenz, unsere physischen Aufenthaltsorte sowie zuletzt unser emotionales Empfinden geben wir den immer intelligenteren Algorithmen bzw. ihren Besitzern reichlich Material, um uns zu überwachen – und früher oder später auch zu manipulieren.

Die ihnen zugewiesene Punktezahl wirkt sich sogar auf die Selbsteinschätzung einzelner Personen aus: 100.000 Menschen prahlen bereits mit ihren Punkten in den sozialen Medien und nutzen sie u.a. Da sind die Millionen Apps, die kleinen und diskreten Software-Päckchen, die wir eigenhändig mit einem Klick auf unser Smartphone laden und die dort ein eigenes Online-Leben führen. An der Spitze der „Verräter“, die unsere privatesten Geheimnisse öffentlich machen, steht das Smartphone. Aber auch Minderjährige, die auf solchen Sites Kontakt- und Prostitutionsangebote machen, sollen bestraft werden können, indem Kontaktbörsen für Jugendliche unter 18 Jahren verboten werden. Wer sich offline begegnet, heiratet tendenziell ein wenig früher, die Meisten heiraten allerdings, gleich ob online oder offline zuerst begegnet, zwischen 30 und 39 Jahren. Es sind nicht die Älteren, die vorwiegend online nach Partnern suchen (Menschen über 40 Jahre dominieren die Online-Partnerbörsen), sondern die 25- bis 45-Jährigen. Männer eher als Frauen, besser Gebildete neigen stärker zum organisierten Online-Kontaktanbahnungsmarkt, was auch für den Mittelstand mit einem Einkommen zwischen 50.000 bis 75.000 US-Dollar gilt und für Stadtbewohner.

Von newsadmr